Hessische Meisterschaften Blockmehrkampf - Ein Meistertitel, ein Vizemeistertitel und viele Bestleistungen



Am vergangenen Wochenende stand für die U14-Athleten mit den Hessischen Meisterschaften im Blockmehrkampf der Saisonhöhepunkt auf dem Programm. Das frisch sanierte Herrenwaldstadion in Stadtallendorf bot dafür beste Bedingungen — auch wenn der teils kräftige Wind den jungen Sportlern einiges abverlangte. Für viele war es die erste große Meisterschaft, umso beeindruckender waren die gezeigten Leistungen.
Am Samstag machten zunächst die Jungs den Anfang. Im Block Sprint/Sprung der M13 gingen Steven Dickhaut und Tobias Rotter an den Start. Beide waren mit vielversprechenden Meldeleistungen angereist, doch der Wettkampf begann alles andere als planmäßig. Über die 60 Meter Hürden, eigentlich eine ihrer stärksten Disziplinen, hatte zunächst Steven im schnellsten Lauf Pech: Bis zur vierten Hürde hielt er sehr gut mit, blieb dann jedoch hängen und verlor Geschwindigkeit und Rhythmus. Dennoch kämpfte er sich über die letzten beiden Hürden ins Ziel und blieb damit im Wettkampf. Tobias erwischte es im folgenden Lauf ähnlich bitter: In Führung liegend blieb er an der letzten Hürde hängen, bewies nach seinem Sturz aber ebenfalls großen Kampfgeist und überquerte noch die Ziellinie. Nun hieß es für beide, das Beste aus der Situation zu machen und den Wettkampf bestmöglich zu Ende zu bringen. Im Hochsprung gelangen solide 1,39 Meter beziehungsweise 1,42 Meter. Beim Speerwurf hatten alle Athleten mit dem starken Wind zu kämpfen, trotzdem erzielten Steven und Tobias mit jeweils über 27 Metern sehr gute Weiten und machten einige Plätze gut. Auch im Weitsprung erschwerte der Wind den Anlauf, mit 4,42 Metern bzw. 4,38 Metern konnten die beiden aber durchaus zufrieden sein. Im abschließenden Sprint kam ihnen der Wind dann zugute: Tobias lief mit 11,08 Sekunden Saisonbestleistung, Steven kratzte mit glatten 10,00 Sekunden erstmals an der magischen Grenze. Mit jeweils über 2000 Punkten konnten sich beide in der Endabrechnung noch ins Mittelfeld vorarbeiten.
Im Block Wurf der M13 starteten Ian Schmidt und Oskar Neuendorf. Für beide stand zunächst der Hürdenlauf auf dem Programm. Ian knüpfte an seine gute Leistung aus Gelnhausen an und stellte mit 11,55 Sekunden eine neue Bestzeit auf. Auch Oskar verbesserte sich deutlich und blieb erstmals unter der 12-Sekunden-Marke. Im anschließenden Diskuswurf hatten sich beide viel vorgenommen, nachdem sie zuletzt intensiv an der Drehwurftechnik gearbeitet hatten. Bei Ian flog der Diskus gleich im ersten Versuch auf eine neue Bestweite von 25,13 Metern. Oskar hatte den Diskus in den Probewürfen sehr gut getroffen, blieb im Wettkampf mit 22,15 Metern jedoch deutlich hinter seinen eigenen Erwartungen zurück. Über 75 Meter lief es für Oskar anschließend wieder besser: Mit 11,05 Sekunden unterbot er seine bisherige Bestleistung klar. Auch Ian war mit 11,28 Sekunden schneller als je zuvor. Weiter ging es mit dem Kugelstoßen, wo Ian mit 7,72 Metern direkt im ersten Versuch erneut eine persönliche Bestleistung erzielte. Oskar konnte mit soliden 7,29 Metern ebenfalls zufrieden sein. Zum Abschluss ging es an die Weitsprunganlage, an der der Wind teils heftig pfiff. Oskar sprang dennoch 4,19 Meter und kam damit sehr nahe an seine Bestweite heran. Auch Ian konnte mit 3,68 Metern sehr zufrieden sein, nachdem ihn im letzten Mehrkampf noch drei ungültige Versuche aus dem Rennen geworfen hatten. In der Endabrechnung belegten die beiden mit 1936 und 1933 Punkten die starken Plätze 9 und 10.
In der M12 gingen Mattis Rothbart und Samuel Beermann im Block Sprint/Sprung an den Start. Beide verbesserten gleich zu Beginn über die Hürden ihre bisherigen Bestzeiten. Samuel lief gute 12,19 Sekunden, Mattis näherte sich mit überragenden 10,10 Sekunden weiter der 10-Sekunden-Marke an. Im Weitsprung war es für Mattis zunächst wichtig, einen gültigen Versuch in die Wertung zu bringen. Nachdem dies gelungen war, steigerte er sich im zweiten Versuch auf gute 4,38 Meter. Samuel blieb mit 3,92 Metern knapp unter der 4-Meter-Marke und seinen Erwartungen. Im darauffolgenden Hochsprung kam Samuel mit übersprungenen 1,35 Metern nahe an seine Bestleistung aus Wehrheim heran. Mattis scheiterte im dritten Versuch nur haarscharf an 1,50 Metern. Die übersprungenen 1,47 Meter waren dennoch eine herausragende Leistung und bedeuteten neben persönlicher Bestleistung aktuell Platz 1 in der hessischen Bestenliste. Eine weitere Bestleistung folgte für Mattis über 75 Meter in 10,66 Sekunden, während Samuel mit 11,95 Sekunden nicht ganz zufrieden war. Den Abschluss bildete der Speerwurf. Auch hier blieb Samuel mit 19,69 Metern zwar hinter seinen Erwartungen zurück, zeigte angesichts des anhaltenden Windes aber dennoch eine solide Leistung. Mattis warf den Speer sehr gute 26,89 Meter weit. Damit war bereits vor der offiziellen Auswertung klar: Mit 2309 Punkten hatte Mattis den acht Jahre alten Kreisrekord im Block Sprint/Sprung von Ben Gerlach um 44 Punkte übertroffen. Noch größer war die Freude wenig später, als feststand, dass Mattis mit einem knappen Vorsprung von 15 Punkten Hessischer Meister wurde!
Am Sonntag waren dann mit Sarah Pompetzki in der W13 und Theresa Carstens in der W12 die Mädchen an der Reihe. Theresa kam über die Hürden mit 12,95 Sekunden zunächst nicht wie gewünscht in den Wettkampf. Im folgenden Weitsprung und Ballwurf konnte sie jedoch ihre Stärken ausspielen und wichtige Punkte gutmachen. 4,20 Meter im Weitsprung waren nicht weit von ihrer Bestleistung entfernt, im Ballwurf übertraf sie mit 30,50 Metern ihre bisherige Bestmarke sogar um 1,5 Meter. Auch im Sprint zeigte Theresa eine starke Entwicklung und verbesserte ihre Bestleistung deutlich auf 11,23 Sekunden. Den Abschluss bildete der 800-Meter-Lauf. Im schnelleren der beiden Läufe hielt Theresa gut mit und steigerte ihre Bestzeit mit 2:56,58 Minuten um mehr als zehn Sekunden. Am Ende landete sie mit über 2000 Punkten auf einem guten 14. Platz von 29 Teilnehmerinnen.
Sarah ging im Block Wurf mit großen Ambitionen an den Start, war sie doch als Dritte der Meldeliste angereist. Von vorherigen Stürzen im Hürdenlauf noch etwas gehemmt, lief sie mit 10,70 Sekunden dennoch eine sehr starke Zeit. Über eine neue Bestleistung durfte sie sich anschließend im Diskuswurf freuen: 25,38 Meter im dritten Versuch bedeuteten zudem Platz zwei in ihrer Riege. Auch über 75 Meter mit 10,60 Sekunden und im Kugelstoßen mit 8,18 Metern kam Sarah ihren Bestleistungen sehr nahe. Im abschließenden Weitsprung blieb sie mit 4,39 Metern zwar hinter ihren Erwartungen zurück, konnte angesichts des durch den Wind bedingten unkonstanten Anlauf aber dennoch zufrieden sein. Als die Gesamtergebnisse feststanden, war die Freude dann auch bei ihr groß: Sarah konnte noch einen Platz gutmachen und wurde hessische Vizemeisterin!
Damit endete ein sehr erfolgreiches Meisterschaftswochenende für die U14. Neben zahlreichen persönlichen Bestleistungen, starken Platzierungen und wertvollen Erfahrungen bei einer großen Meisterschaft ragten besonders der Hessische Meistertitel und Kreisrekord von Mattis sowie der Vizemeistertitel von Sarah heraus. Gleichzeitig zeigte die gesamte Gruppe großen Kampfgeist sowie Leistung, auf die alle Athleten und Trainer stolz sein können.
